Ich habe das Buch mehrfach gelesen war jedoch ziemlich zwiegespalten, als nun doch endlich die Verfilmung umgesetzt wurde. Da im Roman die Handlung (natürlich) sehr dialoglastig ist und sich vieles in der Gedankenwelt des Protagonisten Garraty abspielt, erschien mir die filmische Umsetzung als sehr ambitioniert und schwierig.
Nach dem Ansehen des Films muss ich sagen, dass ich grundsätzlich angenehm überrascht war, da viele wichtige Charaktere und Punkte vom Roman transportiert wurden; so wurden die wichtigsten Figuren (und auch ihre Dialoge) zu einem guten Teil (was in 100 Minuten halt möglich ist) übernommen. Auch die Schauspieler machen bis in die Nebenrollen machen ihren Job sehr gut; wenn man z.B. das panische Entsetzen von Curley kurz vor seinem "Ausscheiden" sieht. Auch die Gnadenlosigkeit bei der Eliminierung der Geher ist zwar drastisch in Szene (was bei aller Tragik auch sein musste) gesetzt, entspricht aber der Beschreibung des Buches.
Manche Figuren wurden jedoch nicht entsprechend ihrer Buchbeschreibung gecastet. Stebbins erscheint viel zu muskulös und man hat ihn hier aus dem Roman mit Scramm (der im Film nicht vorkommt) gemischt; zudem wird die Figur natürlich vom stark abweichenden Filmende komplett entwertet.
Zudem musste die Handlung natürlich komprimiert und dabei Kompromisse gemacht werden. Die Geschichte von McVries` Narbe ist im Roman weit interessanter als im Film. Und bei Art Bakers Ende vermisste ich im Gespräch mit Garraty ein (für mich) wichtiges Detail ("bleigefasst"). Collie Parker wirkt im Buch zu Beginn viel roher und legt sich erstmal mit jedem an, während er im Film ein verhältnismäßig angenehmer Zeitgenosse ist.
Da der Stoff (wie bereits erwähnt) schwierig filmisch umzusetzen ist, bin ich mit dem Ergebnis allerdings durchaus zufrieden, wobei natürlich mancher Fan des Romans das Filmende als Sakrileg ansehen dürfte.
Fazit: eine gute Verfilmung, die aber naturgemäß hinter der Qualität des genialen Romans zurückbleibt.