Nach etwa sieben Stunden Ghost of Yลtei kann ich sagen: Das Ding ist ein Kracher. Natรผrlich hat es Schwรคchen. Jedes Spiel hat sie. Doch die Atmosphรคre hier ist schlicht atemberaubend. Dieser Stil, dieses Licht, die Kameraarbeit โ alles wirkt wie aus einem sorgfรคltig komponierten Film. Es hat diese Ruhe und Intensitรคt, die man selten erlebt.
Atsu als Protagonistin ist stark. Man spรผrt ihre Trauer, ihre Wut und zugleich ihre Entschlossenheit. Keine รผberzeichnete Heldin, sondern jemand, der glaubwรผrdig in dieser Welt steht. Das macht sie nahbar โ und verdammt interessant.
Das Kampfsystem wurde oft kritisiert, dabei passt es perfekt zur Stimmung: langsamer, prรคziser, mit Gewicht in jedem Schlag. Und ja, die Welt wirkt stellenweise leer (endlose Weiten) aber fรผr mich ist das keine Schwรคche. Sie lรคsst Raum. Sie atmet. Sie fรผhlt sich an wie ein Ort, nicht wie eine To-Do-Liste.
Klar: Ghost of Yลtei ist ein Open-World-Spiel. Und damit trรคgt es auch die typische Mรผdigkeit dieses Genres in sich. Aber das gilt fรผr fast alle Vertreter. Jeder, der sich ein Open-World-Game kauft, weiร das. Es sei denn, man hat Elden Ring bei Release erlebt โ danach war die Latte ohnehin unerreichbar hoch.
โ
Pro:
Filmische Inszenierung auf Top-Niveau
Starke, glaubwรผrdige Hauptfigur (Atsu)
Atmosphรคrisch dichte Welt mit echtem Charakter
Kampfsystem mit Wucht und Timing
โ ๏ธ Contra:
Story klassisch aufgebaut
Typische Open-World-Trรคgheit in manchen Momenten