Ich war sehr gespannt auf den Film, hat ihn doch eine Oberpfรคlzerin in der Hand. Und das ist mit Respekt zu honorieren, dass mit wenig Budget ein Traum realisiert wurde. Aus der Sicht: chapeau fรผr den Willen!
Der Dialekt war bis auf ganz wenige Ausnahmen sehr gut, kein Vergleich zu anderen Versuchen.
Ich habe mich auch in der Oberpfรคlzer Seele wiedergefunden, etwas abwartend, eher defensiv, neuem nur im Verborgenen aufgeschlossen, leicht beeinflussbar, soweit ok.
Aber spรคtestens im letzten Drittel hat der Film ziemliche Lรคngen. Die Begrรผndung fรผr die Existenz des Schaffners (?) ist nirgends zu verstehen, ebenso muss man lange rรคtseln wer diese Peggy ist, zu vieles lรถst sich urplรถtzlich in Wohlgefallen auf, ohne nachvollziehbare Logik. Die Geisterseance, eher schwach umgesetzt. Das beim Stromausfall alle plรถtzlich das Wirtshaus verlassen, ebenso wie wenn einer "dou houds Ratzn" wegen eines Meerschweinchens schreit - das gibts wirklich nur im Film.
Die Polizistin auf dem Fahrrad ist fรผr mich eher ein Witz. Ebenso der plรถtzlich auftauchende Englรคnder. Das Lied am Anfang ist viel zu schlecht abgemischt, ich habe nichts verstanden.
Und dann natรผrlich die neue Welt, mit lesbischem Pรคrchen, freier Liebe, veganer Kรผche - kurz hatte ich mich gefragt warum es kein E Auto gab, oder keine Ukrainehilfe.
Am enttรคuschendsten war der Schluร. Dieses " 3 Jahre spรคter " hรคtte Potential, wie so einige Szenen. Aber unterm Strich bleibt viel Luft nach oben.
Regionale Themen wie Arbeitslosigkeit, Krankenhaussterben, miserabler รPNV, die Oberpfรคlzer Engstirnigkeit, die neuen Stromtrassen die gebaut werden, die vermeintliche Allmacht der CSU, es gรคbe so viele Punkte, auf die man aufsetzen kรถnnte...
Fazit: Nicht empfehlenswert.