Ich habe den Film „Das Wunder von Bern“ aus dem Jahr 2003 von Sönke Wortmann im Rahmen einer Unterrichtseinheit des Deutsch-Leistungskurses gesehen.
Der Film verbindet eine fiktive, bewegende Familiengeschichte, die durch die Rückkehr eines traumatisierten Kriegsgefangenen als Vater geprägt ist, mit der aufblühenden Freude am Fußball und der Weltmeisterschaft.
Dabei wird der Geist des Jahres 1954 hervorragend eingefangen und realistisch wiedergegeben. Weitere positive Aspekte des Films sind meiner Meinung nach die Farbgestaltung und die Atmosphäre. Es ist eine klare Abgrenzung zwischen den Geschehnissen in der Schweiz (Austragungsort der WM) und in Deutschland erkennbar, die zum Beispiel durch eine Variation der Farbsättigung verdeutlicht wird.
Inhaltlich finde ich besonders den Wandel Richards gelungen dargestellt.
Der zunächst kalte und distanzierte Vater, der es nur langsam schafft, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich seinen Gefühlen zu stellen, wandelt sich in einem schleichenden Prozess zu einem Mann, der seine Menschlichkeit wieder zulässt.
Dabei steht er exemplarisch für all die Männer, die in dieser Zeit mit dem Alltag zu kämpfen hatten. Und auch wenn die Figur „Richard“ fiktiv ist, erzählt sie dennoch deren wahre Geschichte.
Gut hat mir auch gefallen, dass selbst Personen, die keinen Bezug oder kein Interesse am Fußball haben – wie auch ich –, durch diesen Handlungsstrang nicht gelangweilt werden.
Er ist eher dezent gehalten, und der Fokus liegt auf den hervorgerufenen Emotionen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich den Film ohne diese Unterrichtseinheit nicht angesehen hätte, da ich kein Fußballfan bin und anfangs dachte, dass der Fußball deutlicher im Vordergrund stehen würde.
Beim Sehen des Films wurde ich jedoch positiv überrascht, da sich der Wert des Films meiner Meinung nach eindeutig auf emotionaler und historischer Ebene ausdrückt.
Er regt dazu an, genauer über diese Zeit nachzudenken und sich bewusst zu machen, dass hinter dem kriegsschuldigen Deutschland Menschen, Familien und Geschichten stehen, die auch noch Jahre nach dem Krieg unter dessen Folgen und der damit verbundenen Schande litten.
Man muss also absolut kein Interesse am Fußball haben, um diesen Film sehen zu können – weswegen ich ihn jedem wärmstens empfehlen kann!