„Black Rabbit“ - ein düsterer Tanz am Abgrund der Menschlichkeit
Auf Empfehlung habe ich der Serie Black Rabbit eine zweite Chance gegeben - und mich mit einiger Mühe bis zum Finale durchgekämpft, in der Hoffnung, dass sie mich am Ende doch noch überraschen würde.
Beide Hauptdarsteller liefern überzeugende Leistungen ab: intensiv, authentisch und emotional glaubwürdig. Auch handwerklich gibt es wenig zu beanstanden - Kameraarbeit, Licht und Schnitt sind solide, teilweise sogar beeindruckend. Die Inszenierung wirkt durchdacht, das Setting atmosphärisch dicht.
Und doch bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Der durchgehend depressive Regiestil, das schwerfällige Erzähltempo und der endlose Kampf mit der Dummheit und Dunkelheit der menschlichen Natur ziehen die Stimmung immer tiefer nach unten. Was als gesellschaftskritisches Drama gedacht ist, verliert sich streckenweise in trostloser Selbstquälerei.
Black Rabbit ist kein schlechtes Werk - aber eines, das schwer zugänglich bleibt. Für Freunde düsterer, psychologisch intensiver Stoffe sicherlich interessant. Für alle anderen eher eine Prüfung der Geduld.
Meine Wertung: 3+ - gut gespielt, ordentlich umgesetzt, aber emotional zu erdrückend.