Staffel 1 bekommt 4 Sterne, Staffel 2 noch 2 Sterne.
Staffel 1 war innovativ und hat trotzdem ca. 90 Jahre Adams-Geschichte ansatzlose fortgeführt. Dabei war eine der Stärken, dass sich die Staffel auf Wednesday konzentrierte und die fast perfekte Bühne für Jenna Ortegas ikonische Darstellung bot, gemischt mit der richtigen Prise Nevermore und Adams Family. Abzüge gibt es nur dafür, dass einer der zentralen Treiber der Geschichte eine ziemlich konstruierte Dreiecksbeziehung war. Umso schader, da Percy Hynes White der zweite herausragende Schauspieler war.
Hier beginnt Staffel 2 vielversprechend. Die Sache mit der nicht nachzuvollziehenden, komplizierten Liebesgeschichte wandert nämlich zu Enid Sinclair (Mitbewohnerin und angehende Werwölfin) und nimmt weniger Platz ein. Dann macht Tim Burton (Regisseur) allerdings den Fehler, den freien Platz auf der Bühne mit weiteren Figuren, Nebengeschichten und Stilelementen aufzufüllen und dabei einfach kein Ende zu finden.
Ja, Fred Armisen ist genial als Fester und Steve Buscemi ist ein wunderbarer Direktor, der Mutter-Tochter Konflikt in verschiedenen Generationen ist kreativ und die neuen Horrorelemente sind für sich genommen auch gut gemacht. Zunehmend wird es jedoch eng auf der Bühne und es finden sich auch mal weniger starke Elemente ein.
Wednesday wird in Staffel 2 leider überblendet, als Charakter und als Serie. Es liegt ein deutlich zu großes Gewicht darauf möglich viele kreative Szenen und Charakter zu schaffen. Wednesday ist aber keine endlose Soap die jede Zeit der Welt hat, 8 Folgen müssen genutzt werden. Entwicklungen in der Peripherie sollen ihren Platz finden aber in diesem Format dem Hauptstrang nicht übermotiviert in die Spur stolpern. 2 Sterne für Staffel 2.