Hier gibt es viel Begeisterung und wohlwollende Rezensionen. Ich kann das nicht ganz nachvollziehen. Letztlich ist es ein nervöser, überdrehter, überschneller, effektheischender Film voll von Kampfszenen, pseudokreativen Kameraeinstellungen, videoclipartigen raschen Schnitten, Explosionen, einstürzenden Gerüsten und Verfolgungsjagden, die allesamt wohl darauf abzielen, in ihrer Hektik den Zusehen davon abzuhalten, über die inhaltlichen Schwächen der Story nachzudenken. Der Erzählstrang mit Prof. Moriaty beginnt und endet im Nichts. Die Explosion der Gruft am Friedhof ist sinnlos. wenn ohnehin nicht Blackwood im Sarg lag. Wer tauschte wann und wie die Leichen aus? Warum wurden die Grabplatten vorher gebrochen und dann mit Honig (!) wieder zusammengeklebt? Conan-Doyle war ein Meister seines Fachs, warum lässt man irgendwelche Drehbuchautoren eine halbvergorene Story zusammenschustern, statt auf die wesentlich durchdachteren Originalgeschichten zurückzugreifen?
Wenn man schlichten Gemüts ist und all das außer acht lässt, kann man sich dennoch gut unterhalten. Der Film als solcher ist nicht schlechter als eine Dan-Brown-Verfilmung und mit einer Packung Popcorn und ohne weitere Ansprüche kann man einen unterhaltsamen Fernsehabend verbringen. Daher trotz aller Vorbehalte immerhin 3 Sterne...