Rezension: "Emilia Galotti" – Ein Verbrechen an der Literatur
Wenn Langeweile eine literarische Form hätte, dann wäre sie „Emilia Galotti“. Lessing hat es hier geschafft, ein Drama zu schreiben, das so spannend ist wie eine Steuererklärung. Ein Prinz, der sich sofort in Emilia verliebt, weil sie hübsch ist – wow, so tiefgründig! Man fragt sich nur, ob der Mann jemals einen zweiten Gedanken hatte oder ob der erste schon zu viel war.
Und Emilia? Die ist so charakterlos, dass sogar ein Staubkorn mehr Persönlichkeit hätte. Ihr großer Moment besteht darin, sich von ihrem Vater abstechen zu lassen, um ihre "Ehre" zu retten. Ja, richtig gehört: Der Typ, der sich Papa nennt, denkt, der beste Weg, seine Tochter zu schützen, ist, sie zu ermorden. Super Idee, Lessing – nichts wie Familientherapie für alle!
Wenn das hier Lessings Versuch war, uns das Drama des 18. Jahrhunderts näherzubringen, dann hat er uns stattdessen erfolgreich von der deutschen Klassik entfremdet. Wer Spaß an dämlicher Ehre, Null-Charakter-Entwicklung und Figuren mit der Tiefe einer Pfütze hat – bitte, lest es! Der Rest: Finger weg.