Ich lernte die Serie wรคhrend der ersten Staffel lieben, weil sie viel Romantik und wenig Drama enthรคlt. Alles was an Drama geschieht, ist aus meiner Sicht wichtig, um den Menschen bewusst zu machen, was sie mit ihren Beleidigungen und Ausgrenzungen anrichten und kein bisschen รผbertrieben dargestellt. Konflikte unter Freunden werden schnell gelรถst und nicht, wie es รผblicherweise gerne gemacht wird, ewig und unnรถtig in die Lรคnge gezogen.
Die zweite Staffel ist genauso schรถn anzuschauen, nur verstรคndlicherweise mit weniger knisternder Romantik.
Meine Tochter und ich wurden schnell sรผchtig und konnten die 3. Staffel kaum erwarten. Das erste Mal in unserem Dasein mit Netflix, saรen wir (dank Feiertag) bereits kurz vor 9 vor dem Fernseher und freuten uns auf unseren 4-stรผndigen Serienmarathon.
Die dritte Staffel. Puuuhh..
Wir empfanden sie als schwere Kost. Durchaus sehe ich mir gerne Serien und Filme รผber psychische Erkrankungen an, aber eben ganz gezielt dieses Themas wegen. Ich will alles wissen und verstehen und habe auch meine Pรคckchen in diese Richtung zu tragen.
An Heartstopper jedoch lieben wir gerade die Unbeschwertheit, die seichte, rosarote Regenbogenwelt, in der ernste Themen mit viel Liebe so eingewoben wurden, dass man sie ernst nimmt und mitfรผhlt, ohne dabei in die Abgrรผnde dieser Probleme hinab gezogen zu werden.
Bei der Staffel 3 nahm ich das anders war. Wir brauchten mehrere Pausen, insbesondere nach der 4. Folge. Nach dieser war mein Kopf so voll, als hรคtte ich gerade stundenlang fรผr die Uni gelernt. Zudem empfand ich diese Folge als sehr langatmig. Bereits nach der Hรคlfte der Folge war ich erstaunt, dass erst 15 Minuten vergangen waren.
Nach der Folge ging sogar meine Tochter mit gassi, um den Kopf frei zu bekommen, obwohl sie darauf sonst wenig Lust hat.
Wir hofften, dass die Folgen danach wieder leichter werden.
Leichter als die 4. Folge war nicht schwer, das ist den Machern der Serie gelungen, aber ich hatte den Eindruck, nun musste beinah jedes relevante Thema unserer Zeit eingebracht werden.
Am Ende hatte ich - trotz dass ich die Staffel als langatmig empfand und wir so viele Pausen dazwischen machten, dass wir letztlich 7,5 Stunden dafรผr brauchten - das Gefรผhl, dass wir zรผgig durch die Staffel durchgerissen wurden. Einige Themen wurden kurz angesprochen, aber aus kaum einer davon wob sich eine echte Geschichte zusammen. Insbesondere Taras neu aufgekommenes Problem wurde anscheinend nie aufgeklรคrt. Warum, wieso, weshalb... Woher kam es? Wie verschwand es?
Oder ich habe da etwas wichtiges verpasst, weil mir die Aufmerksamkeit zunehmend verloren ging. Bei 4 Stunden mit langen Pausen normal kein Problem, wenn die Story mich fesselt.
Der Umgang zwischen Nick und Charlie ist immer noch ultrasรผร! Die beiden fรผhren die Beziehung miteinander, die ich mir in der Jugend ertrรคumt habe. Ganz so zuckerwattig kann eine Beziehung vermutlich gar nicht sein, aber genau das ist es, was mich an die Serie fesselte. Die erste und zweite Staffel habe ich ziemlich oft in kurzer Zeit angeschaut und werde sie auch in Zukunft noch viele Male ansehen!
Auch die Bรผcher sind bereits auf dem Weg zu mir, obwohl ich seit meiner Kindheit keine Comics mehr in Hรคnden hielt. Die Nutzerbewertungen und Zeichnungen haben mich dann aber doch rumgekriegt ๐ Ich freue mich schon mega darauf!