Die Gallier am falschen Ast: Sie raufen gerne, essen Wildschweine, beleidigen einander und verhauen Römer. Damit sind wir groß geworden und haben den Humor und das Setting nie hinterfragt.
Plötzlich kommt ein Asterix, der genau das tut, und Gegenwartsprobleme in die Vergangenheit projiziert. Plötzlich geht es um Gesundheit, Achtsamkeit, um positiven Umgang mit sich selbst und anderen. Plötzlich wird eine Chance für eine Weiterentwicklung des gallischen Dorfs und des Römerkonflikts in Aussicht gestellt - und gleich darauf verworfen. Die Grundaussage ist das reaktionäre "Früher war alles besser". Aufgelegt, dass ausgerechnet der uralte Druide seine Besorgnis äußert, während alle anderen mit dem neuen Lebensstil etwas anfangen können.
Ob es diese Weiterentwicklung für Asterix braucht, steht auf einem anderen Blatt. Man kann die Kirche auch im Dorf und damit das Dorf so lassen wie es ist. Was aber in meinen Augen nicht gut funktioniert, ist, auf all die Widersprüche und Probleme im Dorf aufmerksam zu machen, einen achtsameren Umgang miteinander zu propagieren und dann am Ende wieder alles zusammenhauen zu lassen.
Das macht den Antagonisten zum Visionär, dem man den Bösewicht - vor allem gegen Ende - nicht so ganz abnimmt. Die Gallier wirken, während sie sich dem Zeitgeist entgegenstellen, reichlich altbacken, sei es der kindlich-beleidigte Majestix, der dümmliche Obelix oder auch die einzige Konfliktlösung, die dem eigentlich schlauen Asterix einfällt, nämlich das Verdreschen der Römer. So wirken sie wie reaktionäre Bullys, die aus der Zeit gefallen sind.
Sympathien bringt das den Galliern nicht ein.
Aus meiner Sicht stellt sich die Frage, wenn man ein solches Thema - auch humoristisch -abarbeitet, was man Ende eigentlich sagen will.
Ein zwinkerndes "So wars ja nicht gemeint" ist dann aber zu wenig.