Großartig, einfach nur großartig (und ich bin normalerweile nicht so leicht zu begeistern...)
Eine wunderbare Geschichte über eine junge Frau, die als Waise in eher traurigen Verhältnissen aufwachsen muß, aber mit einem Ausnahmetalent gesegnet ist, das ihr die Tür zur Welt zu öffnen scheint. Das schwierigste auf ihrem Weg ist dabei nicht immer der jeweilige Gegner am Schachbrett, sondern ihr Kampf gegen ihre inneren Dämonen und ihre nie bewältigten Kindheitstraumata.
Dabei ist die Miniserie auch ein zeitgeschichtlicher Abriß über allzu platte Klischees, überzogenes Schwarz-Weiß-Denken und den Widerspruch der Systeme im Kalten Krieg, und die Dichotomie von "Schachgegner" und "Schachpartner", Kampf, Fairneß und Anstand, sowie die Liebe der Menschen zu einem unerschöpflichen, wunderbaren Spiel, welches Menschen auch vereinen, und nicht nur in Gegnerschaft entweien kann.
In vielen Momenten ist die Geschichte der Beth Harmon sehr berührend, bewegend und emotional aufwühlend.
Drehbuch, Dramaturgie, die schauspielerische Leistung aller Beteiligten sowie die Ausstattung sind wirklich fantastisch. Auch für Nichtschachspiele äußerst sehenswert, und eine klare Empfehlung!