Ich bin normalerweise ein Fan von Ottolenghi-Kochbüchern, insbesondere wegen der in der Regel sehr präzise umsetzbaren Rezepte. Das Thema Comfort Food ist ja an sich eine sehr gute Idee, aber jenseits des Titels wird es dann doch eher dürftig mit dem Comfort selbst. Klar, viele Aufläufe und Pfannengerichte, die man ohne viel Tamtam per Kelle auf den Teller geben kann. Wer jetzt denkt, dass Comfort auch bedeuten würde, dass die Zubereitung ausnahmsweise mal etwas weniger aufwändig ist, täuscht sich. Aber gut, ist halt so, wenn man was leckeres machen möchte.
Das sei alles mal dahingestellt, am Ende geht es ja nun darum, ob die Gerichte gut schmecken oder nicht. In dieser Hinsicht muss ich sagen, dass ich - obwohl ich das anfangs nicht gerne eingestehen wollte - doch ziemlich enttäuscht bin. Es gibt eine Hand voll grandioser Gerichte, die One Pot Pasta zum Beispiel, und eine leider noch größere Reihe von Flops. Das findet man dann nach 2 Stunden am Herd heraus. Viele Gerichte sind schlichtweg überladen durch eine Disharmonie von viel zu vielen Aromen. Das ist eher untypisch für Ottolenghi und man bekommt den Eindruck, dass es sich hier um Gerichte handelt, die er nicht selber entworfen hat, was man den Kommentaren vor den Gerichten auch teilweise klar entnehmen kann. Insbesondere finde ich, dass sich orientalische und südostasiatische (hauptsächlich japanische) Küche ganz einfach nicht kombinieren lassen, was aber diverse Gerichte versuchen. Das schmeckt einfach nicht, und ist zudem extrem gekünstelt. Meine Empfehlung: ein anderes seiner Kochbücher wählen, zum Beispiel Jerusalem.