Kleidung, bildliche und musikalische Umsetzung sind gut. Der Schauspieler, der Hagen verkörpert, hat eine gute Leistung abgeliefert und die Figur glaubwürdig dargestellt. Es war interessant, seinen Blickwinkel zu sehen. Aber trotzdem war der Film nicht ganz stimmig (wobei mich die mystischen Szenen nicht gestört haben) und hinterließ einen schalen Beigeschmack. Ich kann aber nicht wirklich benennen, woran es liegt. An Krimhild - als intelligent und im christlichen Glauben - die dem beständigen, mit den "guten" Tugenden ausgestatteten Hagen einst so zugetan war und sich dann dem flatterhaften, fast psychopatischen, untreuen Siegfried zuwandte? Siegfried und Brunhilde, die nicht miteinander aber auch nicht ohneeinander sein konnten? König Gunther, der nicht wirklich viel zu melden hatte? An Brunhilde, die wusste, dass sie betrogen wurde und trotz ihrer göttlichen Herkunft sich einfach beugte und Siegfried nichts nachtrug? Ja, ich hatte wenig Erwartung an den Film, ja ich kenne nur Grundzüge der Saga, aber für das, dass es auf dem Buch von Holbein beruht, hätte die Inszenierung eigentlich überspitzter sein können/müssen.