In die Sonne schauen - Eine Handeln, das schmerzhaft ist, ebenso wie die Beobachtung transgenerationaler Traumata, die in diesem Film dargestellt werden.
Das diffuse Gefรผhl, das entsteht, wenn man diesen Film schaut, unterstreicht die Gefรผhlswelt generational traumatisierter Menschen. Grade zu Beginn des Films ist dies das tragende Gefรผhl, zusammen mit einem verwirrenden Erleben. Die Erzeugung dieses bedrรผckenden Zustands beim Zuschauer zeugt fรผr mich von durchdachter Darstellung des Hauptthemas. Erst im Verlauf des Films wird deutlicher, das vorangegangene Ereignisse ein zwanghaftes Erledigen unerfรผllter Auftrรคge vergangener Generationen zu der jeweils gegenwรคrtigen Generation darstellen kรถnnte. Kรถnnte, weil der Interpretationsspielraum etwas weiter gefasst wurde. Denn ein direkter Verweis auf mรถgliche Verwandschaftsverhรคltnisse der Protagonistinnen bleibt meist aus. Der Film ist subtil gehalten und drรคngt einem keine Sichtweise auf. Doch der aufmerksame, empatische Zuschauer wird genรผgend Anhaltspunkte entdecken, welche maladaptiven Verhaltensweisen durch die Traumatisierung der vorangegangenen Generationen bedingt werden. Erklรคrungen und eindeutige Zuschreibungen enthรคlt dieser Film jedoch nicht, das wรคre aus meiner Sicht auch zu flach.