Vorsicht Spoiler!
Ich war leider sehr enttäuscht. Ich habe zuerst das Buch gelesen und konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Als ich dann gesehen habe, dass es dazu noch einen Film gibt, habe ich mich gefreut, da ich so meinem Freund, der nicht so gerne liest, zeigen konnte, was ich so toll gefunden habe. Nachdem wir diesen Film gesehen haben, musste ich einfach nur mit dem Kopf schütteln. Die Besetzung, die hier von vielen gelobt wurde finde ich ganz okay. Besonders Dickie hat mir gut gefallen. Dennoch wurden die Charaktere meiner Meinung nach falsch dargestellt. Mir ist bewusst, dass man in einem Film dem Zuschauer keinen direkten Einblick in den Kopf des Protagonisten geben kann, aber ich finde die Emotionen der Charaktere sind eindimensional dargestellt. Besonders komisch finde ich, dass die Beziehungen der Charaktere zueinander sehr verschieden sind. Dickie ist auf einmal ein Frauenheld und Marge eine sehr nette Dame, die sich gut mit Ripley versteht. Wieso macht man das? Marge kann so später gar nicht wirklich zu einer Gefahr für Tom werden, da sie ihn mag. Es wirkt sogar so, als ob Tom sie mögen würde.
Der Charakter Dickies wurde so verstellt, dass ich ihn gar nicht richtig erkannt habe.
Der ganze Film wirkt so, als ob jemand dem Produzenten die Geschichte in fünf Sätzen zusammengefasst hätte und niemand sich die Mühe gemacht hätte das Buch zu lesen.
Dann soll man sich bitte eine neue Geschichte ausdenken, wenn einen nur der Plot der Geschichte interessiert.
Ich kann nur das Buch empfehlen. Patricia Highsmith schafft es da wirklich einen vielschichtigen Tom Ripley darzustellen, der nicht nur von blinder Eifersucht getrieben ist und nicht so verzweifelt auftritt.