Als ich die zahlreichen negativen Kommentare zu diesem Film gesehen habe, war ich schockiert. Auf mich wirkt es so, als ob die meisten Menschen hier die Intention des Films einfach nicht verstanden haben. Für mich war es das erste Mal seit JAHREN, dass mich ein Kinofilm auf eine solche Art und Weise fesseln konnte (und das obwohl ich wohlgemerkt absolut kein Musical-Fan bin).
Einerseits finde ich es schade, dass der Film von der Mehrheit der Menschen so negativ aufgenommen wird, andererseits bestätigt dieser Umstand ironischerweise aber genau die im Film getroffene Gesellschaftskritik (Spoilerwarnung):
Alle projizieren ihre eigene Erwartungshaltung auf den Joker, geiern nach Action und Sensation, warten darauf, dass er „ausbricht“. Als er genau das schlussendlich nicht tut und damit nicht dem Bild des Jokers entspricht, sondern eben dem eines gebrochenen, kaputten Mannes, ist dies nicht interessant, nicht aufregend, nicht ansprechend genug, und Harley Quinn, seine Fans, die die Gerichtsverhandlung verfolgen, und anscheinend auch die Kinozuschauer, wenden sich von ihm ab. Zurück bleibt ein psychisch kranker Arthur, dessen Tod genau so traurig wie sein Leben ist, und der gesellschaftlich genau so wenig akzeptiert ist wie immer schon.
Ich liebe es, dass der Film eben nicht den offensichtlichen und spektakulären Weg geht und sich billiger, schon tausendfach gesehener Stilmittel bedient, sondern mit der Erwartungshaltung des Zuschauers spielt und so nüchtern und realistisch endet.