Schon während ich den Film sah, war ich zerrissen. Und so wird auch die Rezension in zwei Spalten passieren müssen.
Auf der positiven Seite:
Das klare Benennen von Herausforderungen, denen sich Familien dieser Tage stellen, wo es -zum Glück!!!!- eben nicht mehr die klassischen Bahnen gibt, anhand derer man durch's Leben gleiten soll, verdient Anerkennung. Wie soll man sich bewusst für einen weiterhin bewohnbaren Planeten einbringen, wenn der Tag nur 24h hat und man das jetzige Familienleben priorisieren muss/soll? Wie kann man erkennen, dass man eventuell trotz aller Mühen innerlich doch in überkommenen Rollenbildern agiert? Das anhand einer Familie mit 2 Kindern darzustellen, der es "eigentlich" doch noch ganz gut geht, ist gelungen.
Auf der negativen Seite:
Wie schwarz/weiß, naiv, schludrig dann die gezeigten Ansätze im Film sind. Sei es der fast schon lächerlich überzeichnete Opa, der nur "das gute alte Rollenbild des materiell- + mit Prestige entlohnten Machers" zitieren kann - oder wie platt negativ sowohl die Reaktion der Chefin auf den Wunsch nach Arbeitsort-/zeitanpassung ausfällt. Und auch der Buhmann, der Agrar-Lobbyist, ist sehr eindimensional gezeichnet. Und das der Protagonist für eine wirklich wichtige Telekonferenz sich auf das WLAN eines thailändischen Beachresorts verlässt ist einfach nur unglaubwürdig dargestellt. Jemand, der für die UN arbeitete und viel unterwegs war, weiß, wann und wo er sich eine gesicherte Internet-Verbindung suchen muss.
Fazit: Die Idee des Films ist gut und wichtig - die Umsetzung rutscht dann leider öfters in Banalität ab.