Ich sehe den Film ebenso negativ wie viele es vor mir geschrieben haben. Es wird keine Zeit auf eine sinnvolle Handlung verwendet, sondern nur Versatzstücke aneinander gereiht. Alles ist zu viel, und das macht den Film kaputt: ständig zu bombastische Musik, ein Graf, der mehr einem Sauron Verschnitt aus Herr der Ringe ähnelt, Frau Hutter, die schon als Kind ständige Visionen hat. Sie ist mit ihrer Ehe anscheinend unzufrieden, aber kein Mensch weiß warum. Die lange Reise in die Karpaten wird nicht entwickelt, sondern kurz abgehandelt. usw. usw. Der Fim spielt nur selten am Tage, anscheinend kann man so die Schwächen der Handlung besser verstecken.
Es ist doch allgemein bekannt, dass man Spannungsbögen aufbauen muss und nicht durch ständiges Zudröhnen erreichen kann.
Wenn man heutzutage dem Nosferatu-Stoff etwas Neues abgewinnen möchte, gibt es dazu viele Möglichkeiten. Frau Hutter möchte die Welt von dem Bösen erlösen, das ist allgemein bekannt. Ein neuer Gedanke wäre z.B. dass der Vampir, der ja eigentlich ewig lebt, dieser Situation überdrüssig ist und eine Frau bittet, ihn bis zur Morgensonne zu begleiten und damit vom ewigen Leben zu erlösen. Und das Ganze bei einem wunderschönen Sonnenaufgang. Und dabei bleibt die Frau diesmal am Leben und der Vampir möchte ja sowieso endlich sterben. Klingt etwas kitschig? Es kommt immer darauf an wie man es filmt.
Also zusammengefasst: Ein Freund und ich vergeben immer Punkte auf Filme, von 1 bis 10. Nach unserer Meinung verdient dieser Film maximal 2 Punkte.
Schauen Sie sich lieber den Murnau Originalfilm von 1921 und das sehr gute Remake von Werner Herzog aus dem Jahr 1978 an. Sie werden nicht enttäuscht sein.