Aus meiner Sicht müsste der Begriff "Roman" dringend besser geschützt werden! Das hier ist jedenfalls keiner, trotz aller minimaler, hane-büchener fiktionaler Einkleidung; die Erzählerin ist selbstverständlich die Autorin und breitet hier ihre Ideologie aus, die man als echtes Kompendium der "woken" Weltsicht bezeichnen könnte. ALLE dieser inhärenten Themen kommen vor und werden von Anfang an dem Leser "um die Ohren gehauen"- Post- Kolonialismus, Rassismus (natürlich systemisch, institutionalisiert), radikaler Feminismus - so gut wie alle Männer erscheinen als Zerrbild- Schablonen, alle sind übergriffig, ob in Gegenwart (der Sitznachbar im Flieger, der Zahnarzt, der Leiter des Künstlerdorfes etc) oder in Vergangenheit... Später im Buch kommt natürlich auch noch Antifaschismus und sehr "linke" Politik dazu... und beim durchgängigen Gendern merkte die Verfasserin nicht mal, wo dieses nicht nur sinnlos, sondern sogar lächerlich wird, etwa, wenn von Kannibal*innen bei Robinson gesprochen wird, oder den ersten spanischen Kolonisator*innen, oder dass die Deutschen nach 1918 in Afrika von Französ*innen und Brit*innen zum Teufel gejagt wurden.. Ich habe beim Lesen den Eindruck, dass ich einer Gehirnwäsche unterzogen werden soll- dafür aber lese ich keinen "Roman". In einer Zeitung wäre dieses Pamphlet besser aufgehoben als hinter der Fassade von Erzählliteratur. Fazit: verschwendete Lebenszeit bei der Lektüre, ein Ärgernis, eine Zumutung.