Die 5 Sterne sind gerechtfertigt, weil es sich um einen spannenden und würdigen Einstieg in einen bildgewaltigen Western-Epos handelt, der Lust auf mehr macht und nicht nur für Costner-Fans geeignet ist. Der Film braucht sich somit keines Wegs vor Klassikern wie "Der mit dem Wolf tanzt" oder "Open Range" verstecken, sondern kann ihnen auf mindestens Augenhöhe begegnen.
Trotz der drei Stunden Spielfilmdauer verfügt der Film über keinerlei Längen, da es Costner durch verschiedene Handlungsstränge geschickt geschafft hat, das Interesse durchweg aufrecht zu erhalten.
Man kann vielleicht denken, dass der Film mit 180 Minuten etwas aus der Zeit gefallen und nicht mehr den heutigen Ansprüchen genügen könnte. Das liegt meines Erachtens aber mehr daran, dass einige Zuschauende und Kommentatoren es dank Internet und CO nicht mehr schaffe, sich länger als 30 Minuten auf etwas zu konzentrieren, geschweige denn mehrere parallel verlaufende Handlungsstränge zu verstehen (Zumindest lassen einige Kommentare darauf schließen).
Die verschiedenen Handlungsstränge stehen anfangs scheinbar tatsächlich relativ isoliert nebeneinander, verweben sich im Lauf des Films aber immer mehr miteinander, was es besonders spannend macht, herauszufinden, wie die verschiedenen Protagonisten zusammenhängen.
Die Handlungsstränge sind dabei mal ruhiger (z.B. Westerntrek) und mal actionheladener (z.B. Überfall auf die Siedler), wobei es auch lustige Situationen (wie mit der Frau des Sergeants) und nachdenkliche (Massaker an den Apachen) gibt. Wichtig ist, dass der Film niemals sinnlos brutal ist.
Um auf eine Kritikpunkte von Vorrednern einzugehen:
Es handelt sich um einen Spielfilm, der die Geschichte der amerikanischen Siedler unterhaltsam wiedergeben soll und nicht um eine Dokumentation.
Wer absolut keine Western mag, wird an diesem Film wahrscheinlich keine Freude haben, obwohl ich empfehlen würde, dem Film eine Chance zu geben.
Wer nur "klassische" Italo-Western mag und seinen Horizont sonst nicht erweitern kann, wird ebenfalls keine Freude finden. Da es hier kein stumpfes Indianerabknallen und Karl-May-Dialoge gibt.
Wer in alles etwas negatives und unsinniges reininterpretieren will, wird es wie bei jedem anderen Film auch bei diesem Film schaffen. Wobei ich ganz klar sagen muss, dass manche zu dumm sind, einen Film zu sehen. So sieht man eindeutig, dass das kleine Mädchen in dem eingestürzten Tunnel Panik hat und hyperventiliert. Zusammen mit der Enge und der aufgewirbelten Erde ist da Atemnot normal, und man sieht, wie die Mutter sie versucht zu beruhigen.
Die saubere Kleidung haben sie später zudem geschenkt bekommen und dass jemand vor einem Skorpion Angst hat, obwohl er in einer Gegend mit Skorpionen aufgewachsen ist, ist auch verständlich. Man denke nur an die Phobie mancher vor kleinen Spinnen oder Käfern.
Schade finde ich, dass es Menschen gibt, die keine sinnvolle Kritik abgeben, sondern sich daran aufgeilen, ihren Frust unter dem Denkmantel der Rezension über unproduktive Kommentare abzulassen. Dabei hat die Hälfte wahrscheinlich maximal den Trailer gesehen.
Fazit:
Für mich eine ganz klare Empfehlung, den Film zu schauen und sich unvoreingenommen ein eigenes Bild davon zu machen, denn es lohnt sich. Star Wars oder Harry Potter sollte man jedoch nicht erwarten, weil es ein Western ist.