📉 Rezension: Emilia Galotti – Drama oder Schlafmittel?
Wenn man nicht einschlafen kann, muss man keine Schäfchen zählen – man kann einfach Emilia Galotti lesen. Kaum ein Drama hat es je geschafft, so wenig Spannung auf so viele Seiten zu packen. Die Figuren reden und reden… und reden noch ein bisschen weiter. Und wenn man denkt, jetzt passiert gleich etwas – tja, dann wird einfach weitergeredet.
Der Prinz ist ein Paradebeispiel dafür, wie man Macht und Langeweile gleichzeitig verkörpern kann. Er verliebt sich Hals über Kopf und denkt, er könne sich einfach nehmen, was er will – ein richtiger Sympathieträger. Emilia selbst wirkt wie ein sprechendes Moralposter, das immer wieder „Tugend! Ehre! Pflicht!“ ruft, bis man es nicht mehr hören kann.
Und die Handlung? Eine Mischung aus vorhersehbar und unglaublich zäh. Der große „Höhepunkt“ am Ende fühlt sich an wie das plötzliche Aufwachen aus einem Nickerchen – man ist kurz überrascht, aber eigentlich ist es auch egal.
Fazit: Emilia Galotti ist kein Drama, sondern ein Geduldstest. Wer es bis zum Ende schafft, verdient einen Preis – oder zumindest eine Tasse Kaffee.