Wirklich schwierig, dem Film eine Bewertung zu geben. Ich habe ihn gerade vor fünf Minuten zu Ende geschaut und bleibe mit Gefühl zurück – schade, dass es vorbei ist. Ich liebe die Indy-Serie. Wie bei vielen ist Teil 3 mein absoluter Favorit, da stimmt für mich einfach alles: die Story, die Darsteller, der Humor und die Action.
Was mir an Teil 5 nicht gefallen hat, waren die übertriebenen, teilweise sehr unrealistischen und langen Action-Szenen. Vor allem die Szene in der Autorikscha fand ich zu lang – da hätte ich ein paar Highlights zusammengeschitten. An manchen Stellen hätte weniger extreme Action und ein bisschen mehr Humor, meiner Meinung nach, besser zum Indy-Feeling gepasst.
Was ich richtig gut fand: Das Set-Design, die Ausleuchtung und – grob zusammengefasst – die Optik sind überragend. Es gibt so viele Szenen, die man am liebsten pausieren möchte, weil sie so schön aussehen. Zum Beispiel am Anfang des Films die Szenen in der Burg, danach der Zug, der durch die dunkle Nacht fährt, mit der brennenden Burg im Hintergrund, die Parade in New York, die Tauch-Szenen, in denen sie die Klippe hinabtauchen, der Flughafen relativ am Ende und natürlich die Kriegszene in Sizilien, 212 v. Chr.
Was die Figuren und die Darsteller angeht, fand ich, dass Harrison Ford in seiner leicht verkniffenen Art glaubhaft wirkt. Ich hätte mir in den Action-Szenen auch gewünscht, dass kleine Anspielungen auf sein Alter kommen – zum Beispiel, indem er sich kurz ins Kreuz fast und sich wieder einrenkt, ohne große Worte. Allerdings waren die Action-Szenen für einen 70-Jährigen schon sehr übertrieben und haben mich ein wenig aus dem Film herausgerissen. Die Figur der Helena fand ich in Ordnung, allerdings fehlte ihr ein bisschen Humor oder etwas mehr Tiefe – einfach noch mehr als nur ihre harte Seite. Mads Mikkelsen als Gegenspieler wie immer großartig wie in seinen meisten Rollen. Man hat das Gefühl, dem würd ich gerne mal ein ballern ;)
Am Ende bleibt das Gefühl, dass ich den Film mir auf jeden Fall noch einmal ansehen werde, um einige Szenen zu genießen. Der Film ist wirklich eine schöne Reise durch die Zeit. Allerdings hat er etwas vom Potenzial verschenkt, der zweitbeste Indy-Film zu werden – ein paar geänderte Dialoge, Action-Szenen und ein etwas strafferer Schnitt hätten da vielleicht den Unterschied gemacht. Für mich Platz 3-4 der Indy Filme.