We Were Liars’ ist meiner Meinung nach stark ideologisch geprägt und wirkt wie ein klassischer Schuldkult: Weiße Figuren werden konsequent mit Schuld und Privilegien konfrontiert – bis hin zu Aussagen, dass man seine Vergangenheit und familiären Leistungen ablehnen sollte, um moralisch ‚korrekt‘ zu sein. Symbolisch wird dies sogar so dargestellt, dass Figuren das Haus ihrer Familie ‚verbrennen‘, um von vorne zu beginnen – ohne Schuld, aber unter dem Druck, alles bisher Erreichte zu negieren. Auch Themen wie persönliche Beziehungen, Kinderwunsch und Lifestyle werden ideologisch aufgeladen und stark bewertet. Gleichzeitig wirkt die Liebesgeschichte oberflächlich, die Schauspielerei teilweise kindlich und die Erzählweise zieht sich unnötig in die Länge. Insgesamt setzt die Serie auf eine stark woke Perspektive, bei der weiße Figuren in besonderer Weise verantwortlich gemacht werden.