Lockshins Verfilmung, die ich übrigens in einem kleinen charmanten Kino in Friedrichshain sah (Ru m EUt, aber stellenweise Dialoge in Deu) ist keine Bibel für Bulgakow-Puristen, sondern eine opulente Neuinterpretation.
Sie nimmt sich Freiheiten, verschiebt den Fokus auf das Künstlerdrama und spitzt die Parallelen zwischen Stalins Moskau und Putins Russland zu.
Woland (August Diehl) trägt das Geschehen mit kühler Eleganz, Margarita wirkt menschlicher, greifbarer als im Buch (das gibt es aktuell auch als neue Hörbuchproduktion bei Audible).
Die Pilatus-Episoden treten zurück, dafür glänzen die Bilder: Moskau in satten Farben, der Ball bei Satan als barockes Schwelgen. Politisch brisant, visuell kraftvoll – und weit genug vom Original, um manche zu irritieren, andere aber gerade deshalb zu fesseln.