Ich habe in meinem Leben schon viele Filme gesehen, bei denen man sagen könnte: „Das ist ja krank.“ Manche waren brutal, manche verstörend, andere einfach nur bizarr. Aber Tusk hat in dieser Hinsicht eine ganz eigene Liga eröffnet – und zwar nicht im positiven Sinne. Dieser Film ist für mich der mit Abstand verstörendste und krankeste, den ich je gesehen habe. Und das sage ich als jemand, der Horror, Thriller und sogar experimentelle Filme nicht nur kennt, sondern in gewisser Weise auch schätzt.
Aufmerksam geworden bin ich auf Tusk durch einen kurzen Ausschnitt auf Instagram. Normalerweise scrolle ich an so etwas vorbei, aber irgendetwas – vielleicht morbide Neugier, vielleicht die Hoffnung, dass es sich um einen cleveren Kontext handelt – hat mich dazu gebracht, herausfinden zu wollen, wie es zu dieser Szene kommt. Rückblickend wünschte ich, ich hätte nie auf „Play“ gedrückt.
Die Handlung selbst ist, gelinde gesagt, absurd. Der Antagonist ist nicht einfach nur „böse“ im filmischen Sinne, sondern wirkt wie das Resultat einer völlig entgleisten Fantasie. Seine Taten sind so dermaßen grotesk und bizarr, dass sie nicht einmal den Reiz des „Schockkinos“ haben, sondern einfach nur abstoßend wirken. Ich frage mich ernsthaft, wie man auf die Idee kommt, so etwas zu schreiben. Da muss doch beim Autor selbst eine Schraube locker sein. Es ist nicht dieses intelligente, psychologisch durchdachte „krank“, wie man es aus Filmen wie Seven oder Das Schweigen der Lämmer kennt, sondern ein plumpes, selbstzweckhaftes „krank“ – ohne Mehrwert, ohne wirkliche Tiefe.
Und dann sind da noch die Schauspieler. Ich frage mich wirklich, wie jemand dieses Drehbuch lesen, die Story nachvollziehen und dann sagen kann: „Ja, da bin ich dabei.“ Wurde hier das Geld so großzügig verteilt, dass moralische Bedenken einfach beiseitegeschoben wurden? Oder dachte man wirklich, das wäre „Kunst“? Besonders beim Ende frage ich mich, wie man als Beteiligter nicht irgendwann am Set innehält und sich fragt: „Was zur Hölle machen wir hier gerade?“
Was mich fast noch mehr irritiert als der Film selbst, sind manche Rezensionen, die ihn als „Meisterwerk“ bezeichnen. Ich weiß nicht, auf welchem Planeten man leben muss, um so etwas in den Himmel zu loben. Bei aller Liebe: Wenn man in dieser Art von Film ein künstlerisches Meisterstück erkennt, dann sollte man ernsthaft über ein Gespräch mit einem Psychologen nachdenken. Das ist kein mutiges, avantgardistisches Kino – das ist schlicht und ergreifend ein grotesker, geschmackloser Ausrutscher.
Unterm Strich ist Tusk für mich kein Horrorfilm, kein schwarzer Humor und keine intelligente Satire, sondern einfach nur ein abstoßendes Werk, das auf Schockeffekte setzt, ohne jemals eine tiefere Ebene zu erreichen. Er ist ein Paradebeispiel dafür, dass nicht jede absurde Idee es verdient, verfilmt zu werden – und dass man als Zuschauer manchmal besser daran tut, seiner Neugier nicht nachzugeben.