Meine Freundin und ich mögen Assassin’s Creed eigentlich sehr, und auf den ersten Blick ist Shadows auch ein wirklich schönes Spiel. Wir sind grundsätzlich Fans von japanischer Story und der dazugehörigen Umgebung, wurden aber auf den zweiten Blick stark enttäuscht.
Das gesamte Spiel ist nach dem Muster aufgebaut: „Such mich bei Burg sowieso“ oder „Du findest mich im Nordwesten von standort X“. Dadurch, dass man bei fast jeder Mission erst suchen muss, zieht sich das Spiel extrem in die Länge und wirkt sehr zäh. Hinzu kommt, dass sich im Questbaum immer wieder neue Suchkreise öffnen, die letztlich nur darauf hinauslaufen, irgendwelche Leute zu töten. Das macht gefühlt den Großteil der Nebenstory aus. Die restlichen Nebenquests bestehen fast ausschließlich daraus, Lager zu plündern oder zu zerstören oder ebend wieder X Dinge zusuchen, was wir ebenfalls sehr schade finden.
Es ist zwar ein Open-World-Spiel, aber wirklich offen fühlt sich diese Welt nicht an. Sobald man die Straße verlässt, hat man oft das Gefühl, nicht mehr richtig voranzukommen, was die Erkundung stark ausbremst.
Dazu kommt, dass die Gegner auf dem Schwierigkeitsgrad „Normal“ teilweise absolut übermächtig sind. Als Casual-Gamer hat man in manchen Situationen kaum eine Chance, was schnell frustrierend wird.
Wenn man durch die Welt reist und zum Beispiel ein einzelnes Haus entdeckt, passiert es außerdem sehr oft, dass man dort keinerlei Schätze findet. Auch das ist enttäuschend, da Erkundung häufig nicht belohnt wird.
Im Großen und Ganzen ist Assassin’s Creed Shadows für uns das schwächste Assassin’s Creed, das Ubisoft seinen Fans geliefert hat.