Mir hat die Serie wirklich gut gefallen – so sehr, dass ich sie in einem Rutsch durchgeschaut habe. Besonders beeindruckt hat mich, wie nachvollziehbar sich die Charaktere verhalten. Klar, manche behaupten, alle würden sich wie egoistische Arschlöcher benehmen, aber genau das macht für mich den Reiz aus. Die Serie zeigt sehr eindrücklich, was passiert, wenn man in Extremsituationen nicht egoistisch handelt. "Der Mensch ist dem Mensch ein Wolf" – genau darum geht es hier.
Die Mutter, die wie eine Bärin um ihre Tochter kämpft, ist ein Paradebeispiel dafür. Wer sich fragt, warum sie so handelt, sollte mal überlegen, was mit dem Mädchen passieren würde, wenn sie es nicht täte. Völlig nachvollziehbar und emotional glaubwürdig.
Was ich ebenfalls stark fand: Dass die Figuren eben nicht wie Actionhelden agieren. Viele regen sich darüber auf, dass sie sich "dumm" anstellen, aber ehrlich – nicht jeder in den Staaten kann mit Waffen umgehen. Und selbst wenn: Einen Kopfschuss auf ein sich erratisch bewegendes Ziel abzugeben, ist selbst für erfahrene Schützen extrem schwierig. Nicht jeder ist John Wick. Und so früh in einer Zombieapokalypse weiß man eben auch nicht sofort, dass es ein massives Schädeltrauma braucht. Wenn man sieht, wie Zombies trotz zig Schüssen weitermarschieren, denkt man zwangsläufig, die seien unsterblich – und das schürt Panik.
Fazit:
"Black Summer" ist eine gute Serie. Mutig, roh, konsequent anders als der gewohnte Zombie-Einheitsbrei. Die Macher haben etwas riskiert, und das verdient Respekt. Schade, dass es davon nicht mehr gibt – aber vielleicht war sie für den Durchschnittskonsumenten einfach zu unbequem. Ich fand sie auf jeden Fall spannend und erfrischend anders.