Leider völlig daneben!
Als großer Fan von klassischen Märchenverfilmungen habe ich mich eigentlich auf den neuen Snow White gefreut – doch was ich am Ende gesehen habe, war schlichtweg enttäuschend. Der Film ist ein Paradebeispiel dafür, wie weit man sich vom Ursprung entfernen kann, ohne dem Stoff oder dem Publikum gerecht zu werden.
Inhaltlich wirkt der Film beliebig, übertrieben modernisiert und gleichzeitig völlig leblos. Die Magie des Originals – die Mischung aus Naivität, Spannung und Herz – wurde durch eine aufgesetzte Botschaft ersetzt, die einem ständig mit dem Holzhammer präsentiert wird. Natürlich ist nichts dagegen einzuwenden, starke Frauenrollen zu zeigen – im Gegenteil: Filme wie Mulan, Pocahontas oder auch Merida beweisen seit Jahren, dass weibliche Hauptfiguren durchaus mutig, unabhängig und inspirierend sein können, ohne dass man gleich das gesamte Fundament der Geschichte zerstören muss.
In Snow White jedoch wirkt vieles forciert – fast so, als wolle man auf Teufel komm raus „woke“ sein, statt eine stimmige, zeitgemäße Version eines Klassikers zu erzählen. Die Charaktere sind flach, der Humor zündet nicht, und selbst visuell kann der Film kaum überzeugen.
Unterm Strich bleibt leider ein fader Nachgeschmack. Statt uns mit auf eine märchenhafte Reise zu nehmen, belehrt uns der Film – und verliert dabei genau das, was ihn hätte besonders machen können: Charme, Tiefe und Seele.