Enttäuschung auf ganzer Linie – ein blasser Abklatsch ihres Debüts
Nach dem großen Hype um 22 Bahnen war ich neugierig auf Caroline Wahls neuen Roman Windstärke 17. Leider hat sich diese Neugier sehr schnell in Frustration verwandelt. Sprachlich wirkt der Text wie ein pubertäres Tagebuch – naiv, holprig, mit einem übertriebenen Hang zur Selbstreflexion, der mehr klischeehaft als tiefgründig erscheint. Es scheint, als verarbeite die Autorin vor allem ihre eigenen inneren Kämpfe – insbesondere das Gefühl, Liebe nicht verdient zu haben. Das wäre an sich nicht schlimm, wenn es literarisch überzeugend umgesetzt wäre. Doch genau daran mangelt es.
Inhaltlich ist der Roman erschreckend dünn. Die Handlung plätschert ohne echte Spannung oder Entwicklung dahin, und man hat permanent das Gefühl, alles schon einmal – und besser – gelesen zu haben. Die ständigen Wiederholungen wirken wie Füllmaterial und machen das Lesen zur Geduldsprobe. Besonders ärgerlich: Die Figuren wirken wie Schnellschüsse, fast ident mit den Charakteren aus ihrem ersten Roman, nur ohne den damaligen Charme.
Windstärke 17 ist kein zweiter großer Wurf, sondern eher ein Schnellschuss auf der Erfolgswelle des Debüts. Ich habe mich über dieses Buch tatsächlich geärgert – vor allem, dass ich Geld dafür ausgegeben habe. Leider keine Empfehlung.