Ich fand Alien: Romulus vor allem in der ersten Hälfte gut. Der Film konnte eine spannende Atmosphäre aufbauen und überzeugte mit den Setdesigns. Allerdings geht das ganze den Bach runter, sobald die Aliens erscheinen. Der Film entwickelt sich zu einer chaotischen Mischung aus Evil Dead, Don't Breathe und praktisch dem ganzen Alien-Franchise, gefüllt mit Easter Eggs und Fan Service, welche man nun wirklich nicht gebraucht hat.
Die Handlung enthält sehr viele Fehler, die ich einem Regisseur wie Fede Alvarez ehrlich gesagt nicht zugetraut hätte. Es gibt beispielsweise sehr viel Exposition Dialogue, in dem erklärt wird, wie das Alien aus dem ersten Teil von Weyland Yutani gefunden und Experimente mit dem Black Goo aus Prometheus (2012) vollzogen wurden. Ich verstehe nicht, weshalb man dem Zuschauer solche Dinge nicht einfach zeigen bzw. andeuten kann, statt die ganze Zeit nur darüber zu reden. Was die Alien-Reihe schliesslich so besonders macht sind die mysteriösen Elemente, die Fragen aufbringen und zum Nachdenken anregen. Das absolut schlimmste ist jedoch der CGI-Android, der wie Ian Holm aussieht. Wie sich die Macher hier gedacht haben, dass es in Ordnung sei, einen solchen Deep Fake auf die grosse Leinwand zu bringen, ist mir ein Rätsel.
Noch dazu versucht der Film, Elemente aller anderen Alien-Filme zu nehmen, um sie in die Handlung irgendwie reinzuquetschen. Das führt jedoch dazu, dass praktisch keine Originalität vorhanden ist. Die Charaktere sind langweilig und dienen praktisch nur dem Zweck, von den Aliens gekillt zu werden. Auch die Figur von Cailee Spaeny kann Sigourney Weaver nicht annähernd das Wasser reichen.
Gegen Ende des Films gibt es auch noch einen finalen Kampf mit einem neuen Monster, das dem Orphan of Kos von Bloodborne ähnelt. Grundsätzlich fand ich das Finale nicht schlecht, doch der Look dieses Monsters ist absolut lachhaft und erinnert an "Alien Resurrection".
Dass es seit 1986 keinen richtig guten Alien-Film mehr gibt ist schon etwas traurig...