Sirat verdeutlicht die Freiheit und Wichtigkeit des Individuums auf eine ganz überwältigenden Art.
Seit der ersten Sekunde wird man auf eine verlockende Reise durch Raves und die Wüste mitgerissen. Es fängt langsam mit der Vorgeschichte an, während im Hintergrund immer wieder diese mitreißende Musik spielt. Interessant ist hierbei, dass in den bewegendsten Momenten absolute Stille ist und die einzelnen Situation die Szenen formen. Bis ungefähr zur Hälfte des Filmes passiert eher weniger, wobei die Musik dies sehr erleichtert. Doch ab der Hälfte erlebt man Schlag nach Schlag ohne jegliche Pause, um einmal durchatmen zu können.
Im Hintergrund der Geschichte steht immer wieder der bewaffnete Konflikt in Mauretanien, da wir uns in Südmarokko befinden. Dieses Thema scheint einem subtil vorzukommen, doch bekommt am Ende des Filmes die größte Bedeutung. Schlussendlich handelt es sich nicht um ein paar wilde Leute, die bloß versuchen ihre Zeit durch Tanzen zu vertreiben, sondern es geht in eine viel tiefere, sogar politische Ebene: Zivilisten kommen, für sie, fremde Konflikte, auf.
Es ist ein zutiefst berauschender und interessanter Film, der zugleich zur einer tiefen Nachdenklichkeit bei einem selbst führt. Eine solche Drastik könnte man bei einem Film über Raves, Partys und Tanzen nicht erwarten und somit sitzt der Schock noch tiefer.
Eine wundervolle Art des Regisseurs die Menschen für auch uns unbekannte Konflikte zu sensibilisieren und zu zeigen, dass dies ein Problem für die Mehrheit ist als nur fürs Individuum. Dass dieser Film den Jury Preis bei den Cannes Filmfestival gewonnen hat ist zwar ungewöhnlich für die Jury, doch Recht verdient und ein umso stärkeres Zeichen für den Frieden. Auch wurde er in der Kategorie „bester internationaler Film“ bei den Oscars eingereicht und ich hoffe doch sehr auf einen Erfolg.
Ich kann dieses kinematographische Meisterwerk jedem empfehlen, der einen bedeutungsvollen und aussagekräftigen Film sehen möchte, der einen selber zum Nachdenken anreizt.