Es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum dieses Buch so sehr gelobt wird.
Die Fakten sind akribisch wie eine DDR-Chronik zusammengetragen, der Schreibstil jedoch ist eine Mischung aus typischem DDR-Rechenschaftsbericht und Stasiakte. Krampfhaft versucht der Autor wenige Romanstilmittel einzusetzen. Fast schon peinlich hilflos wirkt die Darstellung der Szenen bei Seitensprüngen.
Dargestellt wird die Geschichte nur aus Sicht der Polit-Elite im ZK und der Partei. Entgegen der Ankündigung sind keine einfachen DDR-Bürger dargestellt. Die im Haushalt der Machthaber angestellten Bürger waren mitnichten der „normale Durchschnitt“, sondern auf Herz und Nieren geprüfte Mitläufer.
Das Buch mag auf Fakten beruhen, die Behauptung, der Chef der Stasi hätte aus Überzeugung aus dem ZK austreten wollen , kann so nicht stimmen! Er wollte vielleicht, als sich die Zeiten änderten, seinen eigenen Kopf retten. Solche Menschen, die so viel Blut an den Händen hatten, so menschlich darzustellen, ist eine Beleidigung aller, die unter diesen Umständen gelitten haben.